Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. 
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. 
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

Anmelden

Login to your account

Username *
Password *
Remember Me

Ein unbedingtes JA zur Impfpflicht

  • Masern- und Rötelninfektionen können schwerwiegende Behinderungen und einen tödlichen Verlauf zur Folge haben
  • ein Herdschutz in der Bevölkerung ist notwendig um das zu verhindern
  • die gesundheitspolitischen Bemühungen seit 20 Jahren um einen Herdschutz durch eine Impfquote von mindestens 95% haben das Ziel bisher nicht erreicht
  • immer noch können die Viren durch Immunitätslücken Leben und Lebensqualität von Kindern bedrohen
  • Die WerteUnion fordert auf jeden Fall mindestens eine umfassende Impfpflicht für Masern und Röteln

Begründung

Bereits im Juni 1998 hat die Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK)  zu einem verstärkten Engagement aufgerufen, die Masernerkrankungen in Deutschland entscheidend zu reduzieren. Interventionsprogramme und durch die GMK bestätigte Verpflichtungen zur Elimination der Masern bis 2015  haben dennoch keinen vollen Erfolg.Als Fortschreibung und Konkretisierung des Nationalen Impfplans wurde der Nationale Aktionsplan 2015-2020 zur Elimination der Masern und Röteln in Deutschland durch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe erstellt und von der GMK nachdrücklich unterstützt

Nach wie vor ist aber eine zum Teil erheblich schwankende Anzahl von Masernfällen aufgrund unterschiedlich großer lokaler Ausbrüche zu beobachten. Die Inzidenz der gemeldeten Fälle bei Kindern unter einem Jahr und bei einjährigen Kindern ist dabei  im Vergleich zu den anderen Altersgruppen hoch. Ein Herdschutz durch eine Impfquote von mindestens 95% zur Unterbrechung der Virusübertragung wird nicht in allen Regionen Deutschlands erreicht,. So war z.B. die Impfquote in Berlin nur 92,6% (weitere Beispiele im Anhang).

Das ist besonders beunruhigend wegen der möglichen  schwerwiegenden Folgen:

bei Maserninfektionen

  • Besonders gefürchtet, die bakterielle akute postinfektiöse Gerhirnentzündung (Enzephalitis) mit Spätfolgen
  • Eine zwar seltene aber immer tödlich verlaufende Spätfolge der Masernerktankung ist eine chromische Gehirnentzündung, die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) die sich durchschnittlich 6 bis 8 Jahre nach Infektion manifestiert.

bei Rötelninfektionen:

  • Die über die Placenta der infizierten Mutter erfolgte Infektion des sich entwickelnden Fetus, die Konnatale Rötelnembryofetopathie (CRS) mit bis zu 90% der Fälle Defekte  am Herzen, an den Augen und Ohren (Innenohrtaubheit).

Betroffen sind auch alle die, die wegen anderer Erkrankungen nicht an einer Impfung teilnehmen können

  • Zur Prophylaxe der Masern und Röteln steht ein attenuierter Kombinations-Lebendimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und ggf. Varizellen (MMR(V)-Impfstoff) zur Verfügung.
  • Laut STIKO (ständige Impfkommission beim Robert Koch Institut) wird ab etwa 12. Lebensmonat einmal und zwischen dem 15. Und 23. Monat  das zweite Mal geimpft.
  • Dieser Kombinationsimpfstoff gestattet nur eine Impfung gegen mehrere Infektionserkrankungen wie Mumps. Masern Röteln (MMR) evtl .auch Varizellen.
  • Dadurch wird der Impfstress durch drei  oder vier Einzel-Impfungen für die Kinder reduziert.

Hinweis:

Der von Impfgegnern immer angeführte Autismus als Folge der MMR-Impfung ist wissenschaftlich widerlegt (Ergebnisse des Cochrane Review 2012):

  • Es wurden 10 Studien mit unterschiedlichen Designs aus 7 Ländern mit mehr als einer Million eingeschlossenen Kindern ausgewertet
  • In allen Studien wurde kein Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus gefunden.

„Exposure to the MMR vaccine was unlikely to be associated with autism, asthma, leukaemia, hay fever, type 1 diabetes, gait disturbance, Crohn ́s disease, demyelinating diseases, bacterial or viral Infections“ /3/

Eine rechtliche Begründung für die Einführung und Durchsetzung der Impfpflicht findet sich im §20 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).

Literatur:

  1. Infektionsschutzgesetz (IfSG)- Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten (vom 17.Juli 2017)
  2. RKI- Infektionskrankheiten von A bis Z
  3. Bulletin 2016, 2017, 2018, 2029
  4. STIKO – Impfempfehlungen
  5. Berliner Ärzte 4/2019
  6. Demicheli V. et al. Vaccines for measles, mumps and rubella in children.
  7. Cochrane Database Syst Rev 2012 (2): CD004407
  8. Kassenärztliche Vereinigung

Anhang:

Daten der Impfsurveillance der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV-Impfsurveillance) aus dem Jahr 2016 belegen, dass deutschlandweit nur rund 89,5% der 15 Monate alten Kinder einmal und rund 74% der 24 Monate alten Kinder zweimal gegen Masern und Röteln und damit entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zeitgerecht geimpft worden waren.